Künstler über die Beastie Boys:“Der Beat von ‚Pass the Mic‘ war für mich die Initialzündung.“ – Arnim Teutoburg-Weiß

Sonos feiert die Beastie Boys. Zum Launch der limitierten Sonos Play:5 Edition im Design der legendären Band waren Künstler und Musikexperten zu Gast im Sonos Pop-up-Store Berlin. Jeder unserer Gäste brachte eine ganz eigene Geschichte dazu mit, welchen Einfluss die Hip-Hop Pioniere aus New York auf sie hatten und welcher Song für sie den Spirit der Band besonders wiederspiegelt.

Melbeatz – „Flute Loop“ (Ill Communication)

Das Rabauken-Image des Trios passte ganz gut zu meinem Lifestyle damals“, gestand Melbeatz. Die bekannte Berliner Produzentin und „Queen of Beats“ des deutschen Hip-Hops erzählte, dass die Beastie Boys während ihrer Schulzeit zu den Protagonisten ihrer jugendlichen Rebellion wurden. Auf dem Konzert, das die Beastie Boys 1992 zusammen mit Public Enemy im Berliner Huxleys gaben, stand sie in der ersten Reihe. Melbeatz ist 1991 in die Welt des Hip-Hop eingetaucht, davor hat sie Graffiti gemacht und war mit ihrer Sprayercrew unterwegs. Schule war nicht ihr Ding. Kein Wunder also, dass „Fight for your Right to Party“ ihre Hymne war. Der wohl größte Hit der Beastie Boys, ein Cross-over aus Rap und Hardrock von 1986, kommt mit trotziger Punk-Attitüde und schrammenden Gitarren daher. Musikalisch war jedoch „Flute Loop“ vom selbigen Album der Song, der Melbeatz am meisten prägte. „Für mich war der Reiz der Beasties das Punkige in diesem strengen Hip-Hop Regime. Ich habe dann auch später realisiert, dass ich einige Stilmittel in meinen eigenen Produktionen übernommen habe.“

Arnim Teutoburg-Weiß – „Pass the Mic(Check Your Head)

Für den Sänger der Beatsteaks hat mit den Beastie Boys alles angefangen: „Was die Beatles für meinen Vater waren, waren die Beastie Boys für mich.“ Arnim war damals über Punk-Rock auf die Band gestoßen – ursprünglich hatte sich das Trio in den frühen 80ern nämlich als Hardcore Band formiert, inspiriert von Bands wie Cro-Mags und Black Flag. Dass sich die Beatsteaks und die Beastie Boys musikalisch nahestehen, beweist nicht zuletzt das Live-Cover des Klassikers „Sabotage“, welches Arnim und die Band gerne auf diversen Konzerten performen.

Die Beatsteaks spielten sogar als Vorband der Beastie Boys, und zwar auf dem Konzert in Luzern, wo sie die drei trafen und MCA zu ihnen sagte: „Hey, well done, you guys are doing your thing.“ Nicht zuletzt war auch der Style von Ad-Rock Arnims größte Inspiration. Die Beastie Boys waren auch dabei, als die Beatsteaks bei den MTV Europe Music Awards 2004 als „Best German Act“ ausgezeichnet wurden: „In dem Moment als ich die Beastie Boys sah, war mir der Preis egal, ich wollte nur noch schauen, was die Jungs für Klamotten und Schuhe anhaben und mit ihnen abhängen…“ so Arnim. Er outete sich selbst als größten Fan der Beastie Boys, war auf sieben Konzerten, u.a. damals in der Maria am Ostbahnhof. Der Beat von „Pass the Mic“, gespielt von Mike D und produziert von MCA, war für ihn die Initialzündung.

Thomas Venker – “Sure Shot” (Ill Communication)

Musikjournalist und ehem. Chefredakteur des Intro Magazins Thomas Venker hat ebenfalls eine ganz persönliche Beastie Boys Story. Im Zuge der Promotionstour des letzten Albums ‚Hot Sauce Comitee hatte er die Möglichkeit, die Band zu treffen – und führte im Zuge dessen eins der wohl ungewöhnlichsten und amüsantesten Interviews des deutschen Musikjournalismus. Im Spätsommer 2012 waren die Beastie Boys in Köln. Unter dem Titel „Kochen Mit..“ erschien im Musikmagazin INTRO damals eine Serie, in der Redakteure bekannte Bands zum Kochen einluden. „Das haben wir dann auch gepitcht und vom Management zunächst eine Absage erhalten. Doch überraschenderweise riefen sie einen Tag nach dem eigentlichen Interview an und fragten, ob sie nicht spontan vorbeischauen könnten“, sagte Thomas. Er verbrachte einen Abend mit dem Trio, gemeinsam leerten sie 8 Flaschen Wein und Thomas weihte Adam Yauch in die Geheimnisse schwäbischer Maultaschen nach dem Rezept seiner Mutter ein. Yauchs Kommentar beim Abschmecken: „Oh man, das ist verdammt gut, yeah we do it southern style!

Erik Weiss – “Three MC’s and One DJ” (Hello Nasty)

Auch Musikfotograf Erik Weiss hatte eine persönliche Begegnung mit den Beastie Boys. Erik, der bereits Herbert Grönemeyer und Pharell Williams vor der Kamera hatte, fotografierte die Band auf ihrer letzten gemeinsamen Tour. „Bei mir war es der Videoclip von „No Sleep Till Brooklyn“, der mich damals beeinflusst hat. Die Beastie Boys waren nicht nur musikalische Vorreiter, sondern haben Pop-Kultur geprägt, sie waren Visionäre, die spielerisch alles ausprobiert haben“.

Die Sonos Play:5 Beastie Boys Edition ist seit dem 12. Dezember im Sonos-Pop-up Store in Berlin erhältlich. Alle Einnahmen gehen an die gemeinnützigen Organisationen Peace Sisters und Little Kids Rock, die von der Adam Yauch Foundation unterstützt werden.

 

Fotos: Sophia Giesecke