Listening Session „Werkzeugkasten“:Sonos feiert mit Anna Loos ihr erstes Solo-Album

11.03.2019

Es geht um Authentizität an diesem Abend in Berlin-Charlottenburg. Das wird jedem sofort klar, der die schicke Altbauwohnung betritt, in der wir gleich die Premiere von „Werkzeugkasten“ feiern werden. Gemeinsam mit Anna Loos, die heute zum ersten Mal ihre Songs zusammen mit Publikum hören wird. Es ist Release-Tag, das musikalische Baby seit heute auf der Welt.

Hohe Stuckdecken, Kassettentüren, dazu ein skandinavisch anmutender Look. Langsam füllt sich die Location, im Wohnzimmer nehmen ein paar Dutzend Fans Platz. In der weitläufigen Küche holen sich die Gäste noch einen Drink. Der Soundtrack des Abends zieht schon durch die Räume, es ist der Beat von „Werkzeugkasten“. Sonos hat am heutigen 8. März zur Listening Session eingeladen, es dreht sich alles um das erste Solo-Album von Anna Loos. 12 Jahre lang war die Sängerin Frontfrau der Kult-Band Silly. Was wird sie zu ihrem musikalischen Alleingang sagen? Und wie wird es für sie sein, ihre Songs zum ersten Mal gemeinsam mit Publikum zu hören?

Dann betritt sie das Wohnzimmer, nimmt neben ihrem Produzenten Mic Schroeder auf dem Ledersofa Platz. Und strahlt! Keine Spur von nur drei Stunden Schlaf (sie war heute schon zu Gast beim Morgenmagazin), keine Nervosität, eine Anspannung. Kein Wunder, hier fühlt sich alles nach zu Hause an. Die Stimmung? Irgendwie intim, wie bei guten Freunden. Genau so eine Beziehung hat Anna Loos auch zu ihren Fans. „Ich wollte auf diesem Album ganz viel Anna zeigen, hundertprozentig ich, mich und meine Emotionen ausdrücken. Und mich musikalisch emanzipieren, meinen eigenen Sound finden“, erzählt die 48-jährige Sängerin.

Treibender Beat, alle wippen mit

Wir hören in ihre erste Single rein. Treibender Beat, alle wippen mit, Applaus, das Eis ist gebrochen. Anna besingt in „Hier“ das Zuhausegefühl, das ihr so wichtig ist. „Ich habe eigentlich immer Heimweh, egal wo ich bin. Sich Geborgenfühlen ist doch ein essentielles menschliches Grundbedürfnis. Und am Ende ist es das Wichtigste, dass man sich geliebt fühlt. Keine Karriere ist es wert, das hops gehen zu lassen“, sagt Anna. Der Text handelt von Berlin, das ist sofort klar. „Meine Stadt“, stellt Anna fest. „Ich besinge nicht den Fernsehturm, sondern die Art der Menschen. Wie mir der Busfahrer in letzter Sekunde die Tür aufmacht und motzt‚ da musst du halt ein bisschen früher aufstehen, wa!’ Der Charme der Berliner liegt mir und ich verbinde die Stadt mit Zuhause, weil die Menschen so sind, wie sie sind.“

Es ist genau diese Wahrhaftigkeit, die die Listening Session so besonders macht. Da vorne sitzt eine Frau, die sich nicht verstellt. Die nicht vorgibt, eine andere zu sein. Ganz Anna eben. Ehrlich, trotzig, ungeduldig, wie sie sich selbst beschreibt. Das Album handelt von ihren Emotionen, ihrer Beziehung zu Ehemann Jan Josef Liefers, den zwei Töchtern – auch ein Song über Freundschaft musste sein.

Zum Arbeitsprozess erzählt Anna, dass sie immer dann, wenn sie drei oder vier Songs geschrieben hatte, ihren Produzenten besuchte und sie ihm vorspielte: „Mic ist mein Korrektiv. Es hat ein paar Anläufe gebraucht. Erst bei „Hier“ blickte er auf und sagte: ‚Jetzt sind wir auf den Spuren von dem, was du suchst.’“ Vor exakt zwei Jahren fing die Sängerin mit der Vorbereitung an.

Wie kam es zu diesem besonderen Plattencover?

Aus dem Publikum möchte jemand wissen, wie es zu dem besonderen Cover kam. Darauf wirkt Anna wie eine Eisprinzessin. Weiße Haare, helle Haut, keine Schminke. Das Album sei eine Reise durch ihr Leben, erzählt Anna. Mitten im Schaffensprozess reflektierte sie und kam sich gläsern vor. Klar, als Künstlerin sei sie ja auch durchlässig. „Ich dachte, der Look muss dazu passen, also gläsern sein. Natürlich bin das auf dem Foto nicht hundertprozentig ich, es ist eben ein Kunstwerk. Das ist eine Pop-Platte und dafür soll das Cover auch stehen.“

Anna genießt, die Songs mit den Fans zu hören und über die Entstehung ihrer Solo-Platte zu sprechen. Und von der Reise, auf die sie als Frau und Künstlerin schaut. „Ich bin 48 Jahre alt und liebe es, eine Frau zu sein. Deshalb habe ich mir ganz bewusst den Weltfrauentag als Release-Tag ausgesucht.“ Mit dem Album möchte sie ihren Fans einen Werkzeugkasten fürs Leben an die Hand geben. Schließlich seien die Songs, die einen durch die Jahre begleiten, Werkzeuge, mit denen man große Gefühle verbindet, Situationen verarbeitet. Sie können Trost sein oder Hoffnung spenden. „Ich habe verschiedene Titel bei Freunden getestet. Sie sagten: Werkzeugkasten? Das ist doch kein Wort für eine Frau, das ist doch kein Plattentitel! Hallo?! Wenn jemand im Baumarkt die Mitarbeiter kennt, dann bin ich das“, lacht Anna.

Nach der Listening Session nimmt sich Anna viel Zeit für ihre Fans. Fotos, Autogramme, kurze Gespräche. Wir hätten auch noch ein paar Fragen. Anna steckt mit uns die Köpfe zusammen und wir legen los.

 

Anna, du hast „Werkzeugkasten“ heute zum ersten Mal mit Publikum gehört. Und dann auch noch mit Sonos. Hast du die Songs noch mal neu erlebt?

Im Studio haben wir keine vergleichbaren Boxen. Es ist schon beeindruckend, was aus den kleinen Boxen an Sound herauskommt. Ich beschäftige mich viel mit Soundqualität und finde es toll, was man mit den Sonos Speakern alles machen kann – ob Musik streamen, Podcasts hören oder meine Platten überall im Haus hören. Ich bin ein totaler Vinyl-Fan und lege mir zu Hause gerne eine Platte auf. Ich muss mir mal genauer anschauen, was das mit dem Sound macht.

 

Wie wichtig ist für dich Soundqualität?

Sehr wichtig. Im Studio machen wir uns viele Gedanken darüber, wie der Song in seinen Einzelteilen klingen soll. Ich finde es total schade, dass die Songs im Radio dann nicht so abgespielt werden können, wie sie aus der Produktion gehen. Sie werden ja komprimiert. Und wenn jemand mit dem Handy-Lautsprecher deinen Song hört, dann ist das schon irgendwie deprimierend. Natürlich ist es für mich ein Traum, dass meine Fans sich das Album als Vinyl kaufen und sich die Mühe machen, den Schallplattenspieler zu bedienen. Das ist, als würde man ein Buch aufschlagen. Wenn du dann den Sound noch überall zuhause genießen kannst… So sollte es sein.

 

Wie hörst du Musik?

Bei mir dudelt Musik nie im Hintergrund. Ich lege mir ganz bewusst eine Platte auf und höre sie vom Anfang bis zum Ende, zum Beispiel beim Kochen. Und wenn ich putze, mache ich richtig laut! Das ist einfach eine andere Reise, als eine Playlist zu hören. Natürlich sind Playlisten toll, um Musik zu entdecken,  aber sie sorgen für eine oberflächliche Berieselung, weil so viele verschiedene Eindrücke in eine Liste gepresst werden.

Und welche Bedeutung hat Sound bei dir zu Hause?

Eine sehr große. Ich habe mir als Studentin meine Anlage zusammengespart und nutze sie noch heute. Eine gute Anlage hat man doch fürs Leben! Es lohnt sich also, Geld in gute Speaker zu investieren – denn das macht man nur einmal. Oder aber man macht es zehnmal, schmeißt die Boxen immer wieder weg und hat am Ende dasselbe ausgegeben.

 

Heute ist Weltfrauentag, dein Album kommt heraus. Was gibst du deinen Töchtern in Bezug aufs Frausein mit auf den Weg?

Ich gebe eigentlich keine Ratschläge. Ich glaube, dass Kinder ein Spiegel von uns sind. Ich versuche ihnen vorzuleben, dass man als Frau keine Püppi sein muss und dass man für sein Recht einzustehen hat. Dass es aber schön ist, eine Frau zu sein. Ich versuche, das Frausein so gut es geht vorzuleben. Im besten Fall machen sie es dann nach.

 

Du kennst dich im Baumarkt aus, wirkst sehr im Reinen mit dir. Nicht das schlechteste Vorbild für junge Frauen.

Vorbilder sind so wichtig! Meine kleine Tochter ist ganz vernarrt in die Musikern Billie Eilish, die zusammen mit ihrem Bruder Musik macht, seitdem sie neun Jahre alt ist. Ich wusste nicht, was auf mich zukommt, als ich mit meiner Tochter zum Konzert gegangen bin. Danach dachte ich: „Was für ein geiles Vorbild für ein junges Mädchen!“ Und dann wusste ich, warum meine Tochter Jungsklamotten kauft und gar nicht auf Rosa steht.

Der heutige Abend steht unter dem Motto „Listen Better“. Wie wichtig ist es, sich gegenseitig zuzuhören?

Superwichtig. Ich war schon als Kind ein Plappermäulchen. Mein Opa hat immer gesagt: „Weißt du, die Basis für ein Gespräch ist das Zuhören. Das ist die Kunst. Denn du kannst keine Unterhaltung führen, wenn du nicht zuhörst.“ Für mich ist Zuhören so wichtig, weil daraus alles entsteht. Das ist bei Musik nicht anders.

 

Annas neues Album „Werkzeugkasten“ ist am 8. März erschienen. Das Album ist sowohl auf Vinyl als auch auf den gängigen Musik-Streaming-Services erhältlich — alles über Sonos abspielbar. Mehr erfahren.

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