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Unser Besuch bei Nadine Goepfert ist die Fortsetzung der besonderen Zusammenarbeit von Freunde von Freunden und Sonos. Unsere Mission: die Freude am Musikhören feiern, das stille Zuhause erwachen lassen und Kreativität in alle Bereiche unseres Lebens bringen.

 

Music from the Play:5 plays a big role for Nadine, particularly when creative inspiration strikes, indirectly affecting her work.

 

Sobald man sich im Studio von Nadine Goepfert in Berlin befindet, tritt die Welt draußen in den Hintergrund. Unbeschwert klingt Frank Oceans „Ivy“ durch den Raum und sorgt für eine entspannte Atmosphäre. Musik spielt für Nadine eine große Rolle und wirkt sich maßgeblich auf ihre Arbeit aus – besonders in kreativen Schaffensphasen. Nadine ist eine eher ruhige und bedachte Person. So beeinflusst Musik ihr Unterbewusstsein und hilft ihr, komplexe Strukturen und ungewöhnliche Materialien zu entwickeln.

 

In contrast to the hustle and bustle of the Berlin streets, Nadine Goepfert’s work environment is lovingly curated.

 

Ihr Umgang mit textiler Kunst sorgte international für Aufmerksamkeit. Solange Knowles trug einen pinkfarbenen, kokonartigen Schaumstoff-Pullover aus Nadines „Garments May Vary“-Kollektion in dem Musik-Video „Cranes in the Sky“.

„Solange hat ein tolles Gespür für Mode und Kunst. Der Videoclip ist wunderbar ästhetisch inszeniert. Insofern ist es eine echte Ehre, dass meine Kleider dabei sind. Mal abgesehen davon, dass ich die Künstlerin auch musikalisch sehr schätze.“

Nadine gestaltet eigentlich Kunstwerke, die sie vorwiegend im Museum und nicht auf dem Laufsteg zeigt. Es geht ihr normalerweise weniger um die zeitliche Ästhetik in der Mode, als vielmehr um die soziologisch-materiellen Zusammenhänge. Diese sind der konzeptionelle Ausgangspunkt ihrer Arbeit und Sinnbild dafür, wie Körpersprache, Gestik und sonstige Gewohnheiten des täglichen Lebens Einfluss auf ihr Design nehmen.

 

Nadine Goepfert’s approach to textile creation has attracted international acclaim.

 

Neben der Kreation eigener Kollektionen arbeitet Nadine auch regelmäßig mit namhaften Berliner Mode Designern zusammen, wie etwa Vladimir Karaleev oder Kostas Murkudis. In ihrem Studio in der Kurfürstenstraße tüftelt sie an Projekten. Dort saugt ihre Arbeit den „Klang der Kleidung“ förmlich auf. Vom schnellen Schnattern der Nähmaschine bis zum sachten Klimpern der Nähnadeln – Textilien zu erschaffen, erzeugt einen ganz eigenen Sound.

„Es ist schon mal vorgekommen, dass ich mir eine Hose nicht gekauft habe, weil ich das Geräusch des Materials beim Laufen nicht mochte“, sagt sie grinsend. Da ist ihr der Klang einer Regenjacke manchmal schon lieber: „Die rauscht und pfeift so schön, wenn man drüber fährt. Beinahe wie der Wind selbst.“

Als Gegenpol zum Trubel der Berliner Straßen hat sie ihren Arbeitsplatz geradezu liebevoll eingerichtet. Formschöne Vasen und hübsche kleine Schalen, in denen sich Stecknadeln oder Knöpfe befinden, erzählen von Nadines gestalterischem Talent. Das Atelier ist eine Kombination aus Handwerksraum und Bibliothek. Hier kommt sie mit Hilfe von lebendigen Playlisten und Literatur-Recherche auf Ideen, die tragbare Kunst neu definieren.

Fotos von © Robert Rieger
Freunde von Freunden vollständiger Artikel: hier