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Unser Besuch bei Vicky Grout ist die Fortsetzung der besonderen Zusammenarbeit von Freunde von Freunden und Sonos.

 

Vicky Grout's room is a cosy mish-mash of analogue cameras, boxes of trainers, and magazines crammed into every bookshelf

 

Grime ist Londons neuester Musikexport. Aber man darf es nicht mit Hip-Hop verwechseln – es ist nicht das Gleiche. Vom Pionier des Genres Wiley bis zur Speerspitze der neuen Generation Skepta – Grime hatte schon immer eine schwierige Beziehung zu den Medien. Wie also hat Vicky Grout es geschafft, hinter der Kamera das Vertrauen der Szene zu gewinnen?

Wenn man das Zuhause von Vicky in South London betritt, bekommt man schnell einen Eindruck davon, wie sehr sie ein Teil des Grime ist. Ihr Zimmer ist ein gemütliches Mischmasch aus analogen Kameras, Sneaker-Kartons und in Regale gestopfte Zeitschriften und Magazine. Genau wie die Grime-Parties – die sogenannten Raves, auf die sie als 17-Jährige anfing zu gehen – so schillert ihr Zimmer voller Energie und bunter Farben.

„Ich hasse Fotos. Ich liebe Vicky Grout.“ – Skepta

Steckt sie normalerweise vor einem 140bpm-gröllenden Sound-System auf einem East London Rave, geht es bei ihr zuhause dezenter zu. Aus ihren Play:1s kommt sanfter old-school Detroit House während sie Bilder bearbeitet und E-Mails beantwortet.

„Ich höre gerne viele verschiedene Mixes von der online Plattform Soulection. Da gibt es diesen einen Mix, den Joe Kay vor ein paar Monaten gemacht hat – das ist das Einzige wozu ich arbeiten kann, der ist wirklich beruhigend.“

 

Wherever grime and London street culture is headed, Vicky Grout is often right in the thick of it.

 

Ein fester Bestandteil all ihrer Fotografien sind Momente, in denen Menschen abgelenkt sind. Oberflächlich betrachtet zeigt Grime einen Hype, oft brutales Storytelling und das latente Misstrauen gegenüber dem glitzernden London. Aber das Genre hat auch einen ganz eigenen Humor, Selbstreflektion, Wärme und Missbilligung gegenüber sich selbst. Vicky schafft es, das alles in ihren Bildern einzufangen und Grime auf eine gewisse Art menschlich zu machen, wie man es sonst in Medien nur selten sieht.

„Wirklich zur Fotografie kam ich, als ich die alte Point & Shoot Analog-Kamera meiner Eltern fand. Ich habe nur auf Film fotografiert, weil ich nicht wusste, wie es funktioniert. Es hat mir einfach gefallen, Bilder von Dingen zu machen, von den Raves, zu denen ich ging, von Sachen, die mich interessierten. Man kann sagen, dass ich die Musik fotografiere, die ich höre.“

Wo auch immer Grime und Londoner Straßenkultur aufeinander treffen, ist Vicky meistens mittendrin. Sie steckt voller Enthusiasmus. Und das ist auch notwendig, um die besondere Energie eines Raves oder der Straßen Londons glaubhaft festhalten zu können. Dabei bleibt sie dabei immer auf dem Boden und fest in der Kultur verankert. Ihr Schlüssel: eine authentische Darstellung musikalischer Momente, eine enge Verbindung mit den Künstlern und bescheiden bleiben, auch bei wachsender Bekanntheit.

 

One prevailing theme throughout Vicky Grout's photos is capturing off-guard moments.

Fotos von © Christian Cassiel