Warum wir nächste Woche unsere Werbung von den Plattformen der Tech-Giganten zurückziehen?

Statt Werbung zu schalten, spenden wir Geld für die Access-Now-Konferenz zu digitalen Rechten.

 

Die Enthüllungen über Facebook und den Datenmissbrauch auf der Plattform sind beunruhigend. Und der Skandal um Cambridge Analytica wirft Fragen auf. Er reiht sich in viele andere Schlagzeilen ein, die in letzter Zeit aus dem Silicon Valley an die Öffentlichkeit gedrungen sind. Dass Big-Tech-Unternehmen im eigenen Interesse handeln, ist klar. Dabei dürfen sie aber nicht gegen eines verstoßen: den Schutz deiner Daten.

Wir finden, dass jeder das Recht hat zu erfahren, welche persönlichen Daten erfasst und wofür sie genutzt werden. Und wir finden, dass jedes Technologie-Unternehmen sich auch wirklich an die eigenen Standards in Bezug auf Datenschutz halten sollte. Große digitale Plattformen eröffnen uns fantastische Möglichkeiten zum Schalten von personalisierter und kontextbezogener Werbung. Das Potenzial ist also groß. Damit geht aber auch eine enorme Verantwortung einher.

Aus diesem Grund ziehen wir unsere Werbung auf Facebook, Instagram, Google und Twitter für eine Woche zurück. Statt Werbung zu schalten, spenden wir Geld für die RightsCon, eine Konferenz zu digitalen Rechten, die von unserem Listen-Better-Stipendiat Access Now ins Leben gerufen wurde. Aus Solidarität mit allen, die sich im Technologiebereich für mehr Transparenz und Datensicherheit engagieren, werden wir in diesem Zeitraum auch keinerlei Aktivitäten auf unseren Facebook- und Instagram-Konten haben.

Vielleicht fragst du dich jetzt, warum wir diesen Plattformen nicht für immer den Rücken kehren, wenn uns der Datenskandal so beunruhigt. Trotz aller Versäumnisse der Tech-Giganten, sind wir fest davon überzeugt, dass Technologie die Menschen zusammenbringt. Unserer Erfahrung nach stellen Facebook, Instagram und andere Online-Plattformen tolle Kanäle dar, über die wir unsere Kunden ansprechen und uns als Unternehmen präsentieren können. Und selbstverständlich nutzen wir soziale Netzwerke auch privat, um mit Freunden und Familie in Kontakt zu bleiben. Doch es gibt viel Raum für Verbesserungen. Es müssen jetzt schwierige Fragen offen diskutiert werden. Und wir müssen uns hinter die Leute stellen, die für Aufklärung sorgen und damit bei Unternehmen und Verbrauchern für Transparenz und Eigenverantwortlichkeit sorgen.

Mit unserer (kleinen) Aktion möchten wir ein (großes) Zeichen setzen. Wir wollen Organisationen untersützen, die sich für das gesellschaftliche Wohl in puncto Technologie einsetzen. Wir glauben, dass unsere Branche – und die Gesellschaft allgemein – davon profitieren wird, wenn Firmen wie Sonos und Facebook zusammen mit Aktivisten für das Gemeinwohl eintreten.

Organisationen wie Access Now wollen verhindern, dass Tech-Unternehmen ihre Macht ausnutzen. Spendengelder helfen also, dass diese Gruppen Richtlinien erarbeiten können, von denen wir alle etwas haben. Die RightsCon-Konferenz ist eine der wenigen Veranstaltungen, bei der Tech-Giganten und Aktivisten sich auf Augenhöhe begegnen. Aus dem gemeinsamen Dialog können sich Lösungen ergeben, die allen zugutekommen. Bei Sonos stehen Lernbereitschaft und Weiterentwicklung im Mittelpunkt. Daher werden wir an der diesjährigen RightsCon teilnehmen. Wir denken, dass jedes Technologie-Unternehmen auf die Stimmen derjenigen hören muss, die von technologischen Neuerungen betroffen sind. Gerade auch auf die Stimmen von Menschenrechtsaktivisten, LGBT und Farbigen. Genau diese Art des Zuhörens und der Umsetzung stehen bei der RightsCon auf dem Programm.

Es geht uns nicht um ein bestimmtes soziales Netzwerk oder eine bestimmte Werbeplattform. Es geht darum zu erkennen, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen – auch von Sonos –, damit unsere Branche eine produktive und starke Rolle in der Gesellschaft übernehmen kann. Und zwar zum Wohle aller.

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