Alex Valdman ist Creative Director bei dem Radsportspezialisten Rapha. Dort leitet er ein Team, dessen Aufgabe es ist, Produkte zu entdecken und sie passend auf die Bedürfnisse eines Radfahrers weiterzuentwickeln. In seinem Londoner Zuhause kommuniziert er mit seiner kleinen Tochter über Musik und Sound.

Was ist deine Aufgabe als Creative Director bei Rapha?
Ich bin seit fast vier Jahren bei Rapha und kümmere mich um alles, was der Kunde anfasst, riecht, fühlt und schmeckt. Dazu gehören Produkte, aber auch digitale und physische Räume. Es gibt ein riesiges Team, das hart daran arbeitet, etwas zu erschaffen, das mehr ist, als man mit Worten sagen kann.

Rapha hat eine Vorreiterrolle in der Radfahr-Kultur. Fährst du selbst auch Rad?
Alles was wir tun, ist von der Kultur des Radfahrens und aus lokaler Perspektive geprägt. Wir behandeln jeden Standort mit dem größten Respekt für das, wofür er steht. Und für die verschiedenen Arten von sozialer Währung in dieser Region. Letztes Jahr haben wir über 3.000 Touren veranstaltet! Um bei Rapha zu arbeiten, musst du Radfahrer sein, denn die kleinen Unterschiede sind super wichtig für alles, was wir tun. Wir wollen sicherstellen, dass wir die Bedürfnisse unserer Community bestmöglich repräsentieren.

Inspiriert Musik deine Kreativität?
Auf jeden Fall! Schon in der fünften Klasse habe ich angefangen, Silben und Takte zu zerlegen. Das war vor dem Internet. Ich spielte eine Kassette ab, hielt sie an, schrieb den Text auf, spulte zurück, spielte die nächste Zeile, schrieb es wieder auf und zählte dann die Anzahl der Silben in einem Takt, um das Muster dahinter herauszufinden. Ich habe immer versucht, die Formel hinter Songs, die mir etwas bedeuteten, zu erkennen. So sehr hat Musik mich schon immer in ihren Bann gezogen. Ich will verstehen, warum Musik die Sache ist, die die ultimative emotionale Reaktion hervorruft.

Was mich an meinem Job frustriert ist, dass damit nie die gleichen Emotionen wie mit Musik geweckt werden können. Ja, es ist intim, weil es direkt auf der Haut liegt. Aber es wird niemals Emotionen wie Freude, Trauer, Glück, Motivation oder Wut hervorrufen. Ich finde Musik absolut unwiderstehlich wegen der Power, die in ihr steckt. Als Kind fühlte ich mich immer zur Musik hingezogen, weil sie die Lebenskraft der Kreativität ist.

Versuchst du, deine Arbeit mit dem gleichen Geist zu erfüllen?
Man muss ein Handwerk erst verstehen, bevor man seine eigene Version davon machen kann. Wenn du Musik oder Design studierst, musst du es auf mikroskopisch kleiner Ebene verstehen, damit du etwas Neues erschaffen kannst.

Welche Rolle spielt Musik in deinem Alltag?
Manchmal möchte man, dass die Musik der Gegenpol zu der Stimmung ist, in der man sich gerade befindet. Heute ist ein Wintertag in London. Es hat ein bisschen geschneit, und ich wollte etwas hören, das mich aufmuntert. Also habe ich Nina Simone Radio auf Sonos über Apple Music angemacht. Wenn man einen anstrengenden Tag hat, möchte man etwas Schwungvolles. Wenn man nachdenken muss, möchte man etwas Beruhigendes, das alle Ablenkung fernhält.

Was hörst du während der Arbeit?
Ich versuche immer, neue Musik zu finden. Das Album von A Tribe Called Quest aus dem letzten Jahr wurde nicht für einen Grammy nominiert. Also habe ich mir Tribe heute Morgen angehört. Es gibt eine Menge neuer Musik da draußen. Und ich versuche immer, ihr eine Stunde lang die Chance zu geben, dass sich meine Ohren daran gewöhnen. Es gibt Trends bei Farben. Es gibt Trends bei Stoffen. Es gibt Trends bei Prints. Auch beim Sound gibt es Trends, genauso wie beim Geschmack. Es gibt Trends in der Art und Weise wie Beats und Wörter aufeinander abgestimmt werden. Oder wie Wörter harmonisiert werden. Oder für den Rhythmus der Ausspielung. Es ist interessant zu wissen, welcher Klang-Trend gerade angesagt ist und zu versuchen ihn aufzuspüren. Meine Arbeit muss meine Community ansprechen. Für mich ist es wichtig, immer auf dem Laufenden zu bleiben, damit ich Dinge kreieren kann, die sich frisch anfühlen oder eine neue Erfahrung bieten. Musik spiegelt wider, was die Gesellschaft beeinflusst.

Welche Art Musik bringt Menschen zusammen?
Das hängt davon ab, wie die Menschen aufgewachsen sind. Bei meinen Freunden und mir sind es die Dinge, die uns zusammenbringen, mit denen wir groß geworden sind. Ich glaube, in der heutigen Gesellschaft bringt ein unbeschwerterer Sound mit einer positiven Energie, mit einer gewissen Feierstimmung Menschen zusammen. Es muss nicht unbedingt modern sein. Zum Beispiel mag jeder Nina Simone. Egal, was du gerne hörst, ob du nun Soul magst oder nicht, ob du auf Blues, Jazz oder Country stehst – ihr Sound, ihre Energie, diese Harmonie und Gegenharmonie sind überall beliebt. Ich würde wirklich gerne verstehen, was es mit einem bestimmten Song, Album oder Künstler auf sich hat, den jeder mag.

Was macht dein Zuhause besonders?
Wir wollten an einem Ort leben, der sich wirklich offen anfühlt. Natürliches Licht ist extrem wichtig für die Psyche. Ich könnte ohne viel Licht nicht überleben. Früher war es ein Unterstand für Pferde, damals im siebzehnten Jahrhundert – all die Säulen sind über 400 Jahre alt. Es ist schon beeindruckend, Ziegel und Mörtel von vor zehn Generationen zu sehen. Es vermittelt einen Eindruck von den Menschen, die vor einem da waren. Man spürt, dass man nur ein Tropfen im Ozean ist, wenn man an einem Ort lebt, der so alt ist. Ich finde, die Geschichte ist wichtig für den Ort, an dem man lebt.

Wie hörst du mit deiner Familie zuhause Musik?
Ich habe eine spezielle Playlist, die ich anmache, wenn ich mit meiner Tochter abhänge. Die macht sie total happy. Da ist Outkast drauf, ‚Sound and Color‘ von Alabama Shakes, ‚Grim‘ von Raujika. Witzigerweise war einer der ersten Sounds, den sie nachgemacht hat, der Brummton aus ‚Mask Off‘ von Future. Sie liebt auch ‚Coming Home‘ von Leon Bridges.

Musik mit deiner kleinen Tochter zu teilen, ist sicher eine interessante Art der Interaktion.
Vor allem aus kommunikativer Sicht. Sie kennt keine Worte, sie kennt keine Bedeutungen, aber sie kennt Gefühle. Und Musik bringt verschiedene Gefühle und Stimmungen in ihr zum Vorschein.

Du hörst gerne Podcasts – welche sind deine Favoriten?
Wir haben in London kein HBO, deshalb verfolge ich Bill Maher über Podcasts. Der ESPN 30 for 30 Podcast ist auch unglaublich gut. Diese Geschichten sind der Stoff, aus dem die amerikanische Kultur gemacht ist, und viele wurden noch nie gehört. Man hat fast das Gefühl, etwas Besonderes auszugraben.

Du hast Sonos seitdem es auf den Markt kam. Was hältst du davon nach all den Jahren?
Sonos ist intuitiv und einfach. Ich kann etwas für meine Tochter anmachen und gleichzeitig was für mich zum Arbeiten auflegen. Sonos hilft mir, mich zu fokussieren und über mögliche Problemlösungen nachzudenken. Musik ist perfekt, um alles andere auszublenden und sich inspirieren zu lassen.

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